Ein Rätsel:

„Es wird in wenigen Jahrzehnten kaum mehr Industrieprodukte geben, in welche die Computer nicht hineingewoben sind, etwa so, wie das Nervensystem in Organismen hineingewoben ist.“ (Karl Steinbuch)

Bitte nutzen Sie jetzt nicht die Tastenkombinationen Strg+C und Strg+V in einer weitbekannten Suchmaschine, sondern lassen Sie sich auf das Experiment ein: Aus welchem Jahr stammt das Zitat?

Die Auflösung finden Sie am Ende des Artikels.

Das Internet der Dinge, englisch Internet of Things (IoT) ist ein Begriff, den sicher die meisten kennen. Doch was steckt dahinter?  

Letztendlich bedeutet IoT nichts anderes, als dass das Internet Dinge miteinander vernetzt. Das kann zum Beispiel ein moderner Gefrierschrank sein, der mittels Sensor merkt, wenn die Tür zu lange geöffnet ist und deshalb die Temperatur im Gerät steigt. Über ein meist piependes Signal und teils sogar eine E-Mail meldet er, dass die Tür geschlossen werden muss und bietet die Möglichkeit, die womöglich angetauten Produkte über Schockfrosten zu retten. 

Das IoT nutzt also solche Sensoren  zum Beispiel im Gefrierschrank – um die physische mit der digitalen Welt zu verbinden. Aktoren – hier der Sensor – setzen die Meldung dann um. So entsteht zwischen beiden Welten ein Austausch, eine Kommunikation findet statt. 

Dass es sich bei dieser Kommunikation um sinnvolle Unterstützung handelt, ist vermutlich jedem bewusst – aber warum? Die Antwort liegt auf der Hand. Weil Menschen aus dieser Vernetzung einen konkreten Nutzen erzielenEffizienzsteigerungmehr Sicherheit und die Möglichkeit, neue Geschäftsmodelle zu etablieren. 

So werden Sie spätestens, wenn Sie schon im Auto sitzen und gerade noch die Mail bekommen, dass Ihr Gefrierschrank ungewollt offensteht, verstehen, warum ein einfaches Signal das Leben leichter machen kann.  

Mal ehrlich, der smarte Gefrierschrank ist natürlich praktisch. Aber geht mit IoT nicht noch viel mehr? 

Wie das Internet der Dinge das Qualitätsmanagement sogar in der Pharmabranche sicherer macht 

Maximale Qualitätsansprüche, besonders hohe Sicherheitsmaßnahmen, Computersystem-Validierung und spezielle Prüfmechanismen: Die Pharma-Industrie unterliegt zurecht strikten Regularien und muss diesen gerecht werden. Ein großes Thema spielt dabei das Abweichungsmanagement im Qualitätswesen. Schließlich müssen die Lagerbedingungen von Produkten eingehalten werden. Ein sensibles Thema ist dabei die korrekte Lagertemperatur.  

Wie kann da nun das Internet der Dinge unterstützen? 

Messen, prüfen, melden 

Das Geheimnis liegt in der Automatisierung: Über eine Netzwerkanbindung messen Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren den aktuellen Zustandswert gelagerter Produkte. Dies Angaben werden über eine Netzwerkanbindung direkt an die IoT-Plattform gesendet. Ein Online-Dashboard im System zeigt dem Nutzer nun ganz transparent den aktuellen Status. Kommt es zu einer Abweichung der Lagertemperatur, wird automatisch ein Servicemitarbeiter informiert. Dieser kann so rechtzeitig reagieren, die betroffene Charge prüfen und schlimmere Folgen verhindern. 

Dahinter steckt eine einfache Logik: Die intelligente Maschinen- und Sensoranbindung ermöglicht es, Daten aus der heterogenen Maschinenwelt zu erfassen. Auf der nächsten Stufe folgt die Auswertung der gemeldeten Daten und im letzten Schritt wird – bei Bedarf – eine Maßnahme eingeleitet. Das kann ein Service- oder Prüfauftrag oder eine Verbrauchsmeldung sein, aber es kann auch ein Kanban-Nachschub ausgelöst werden. 

Automatisierte Fehlermeldung 

So viel zur Theorie, kommen wir zur Praxis. 

Im tatsächlichen Betrieb kommen zu diesem Zweck Industriecomputer, sogenannte IoT-Gateways, zum Einsatz. Sie dienen als Schnittstelle und verbinden so die Hardware mit der Cloud. Via WLAN werden die Daten aus dem IoT-Gateway dann zum Beispiel an Microsoft Azure (die Microsoft-Cloud) geschickt, das hier als IoT-Hub zum zentralen Sammeln der Daten dient. Diese werden nun an Microsoft Power BI geschickt und können in Echtzeit visualisiert werden 

Doch wann und wie entsteht die Fehlermeldung? 

Im ERP-System Microsoft Dynamics werden Grenzwerte definiert, die gegen die Messdaten geprüft werden. Bei einer Über– oder Unterschreitung wird zum Beispiel der Status im ERP-System auf „kritisch“ gesetzt oder es werden QM-Prüfaufträge erstellt – meist erfolgt eine anschließende Info an den Mitarbeiter per E-Mail. 

Das Internet der Dinge ist vor allem eines: vielseitig 

War´s das jetzt mit den Vorteilen von IoT? Nein, noch lange nicht. Der Nutzen für das Qualitätsmanagement ist nur ein Beispiel von ganz vielen Anwendungsfällen, smarte Lösungen rund um das Thema Industrie 4.0. 

Es gibt viele Bereiche, in denen das Internet der Dinge nicht nur wichtig ist, sondern die Rentabilität und Sicherheit von Unternehmen aufrechterhalten, im besten Fall sogar steigern kann.  

Wenn Sie das Beispiel überzeugt hat, können Sie sofort handeln. YAVEON berät Sie gerne.  

Lagen Sie richtig?

Nun sind wir Ihnen noch die Auflösung des Rätsels schuldig: Die Antwort ist 1966. Vor über 50 Jahren war sich Karl Steinbuch schon sicher, dass sich das Internet mit dem Alltag vernetzen und Dinge verbinden wird. Was lässt sich daraus für die kommenden 50 Jahre schließen? Eines ist sicher: Weniger Vernetzung wird es wohl kaum werden.