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SaaS

Software as a Service (SaaS)

Was ist SaaS?

“Software as a Service” (SaaS) beschreibt ein Lizenzmodell, bei dem Software-Anwendungen von einem Cloud-Anbieter als Abonnement über das Internet und damit als Service angeboten werden.

Welche Vorteile hat SaaS?

  • Wenig Kosten für Konfiguration und Infrastruktur, anfallende Betriebskosten lassen sich einfacher und flexibel an den täglichen Bedarf anpassen.
  • Remote Zugriff von überall möglich, denn es kann von jedem vernetzten Endgerät zugegriffen werden.
  • In kurzer Zeit eingeführt, denn die Einrichtung von Hardware, Betriebssystem und Datenbanken entfällt.
  • Skalierbar, denn in der Regel erfolgt der Zugriff pro Arbeitsplatz und Monat. Unternehmen zahlen also nur für das, was sie auch tatsächlich nutzen. Steigt der Bedarf, können zusätzliche Arbeitsplätze ergänzt und benötigte Anwendungen erweitert werden.
  • Regelmäßige Aktualisierungen, denn der Betreiber kümmert sich um alle Updates.
  • Maximale Sicherheit für Kunden, denn für die Security der Dienste ist der Anbieter zuständig.
  • Flexibles Zahlen, denn SaaS ist ein Abo-Angebot, das nach Bedarf erweitert oder reduziert werden kann.

Wie funktioniert Software as a Service?

Die Funktionsweise von SaaS stellt ein Cloud-Bereitstellungsmodell sicher. Dabei hosten Softwareanbieter Anwendungen sowie zugehörige Daten entweder selbst oder sie beauftragen einen Cloud-Anbieter. Für jedes eingesetzte Gerät ist die Anwendung mittels einer Netzwerkverbindung möglich – meistens erfolgt der Zugriff über Webbrowser.

Unternehmen, die auf SaaS setzen, müssen Einrichtung und Wartung also nicht selbst übernehmen, sondern zahlen lediglich eine Gebühr. Die nötigen Softwarelizenzen werden nicht gekauft, sondern monatlich oder jährlich gemietet. Im Gegenzug erhalten sie Zugang zur vollständigen und einsatzbereiten Software. Über eine Programmierschnittstelle (API) lassen sich SaaS-Anwendungen außerdem mit anderen Software-Lösungen integrieren.

Was sind Beispiele für SaaS-Produkte?

Es gibt zahlreiche SaaS-Produkte. Auf für das Projektmanagement, Content Management und CRM, FiBu und eCommerce werden immer mehr SaaS-Lösungen angeboten.  Typische und bekannte Beispiele sind:

  • Salesforce
  • Microsoft 365
  • HubSpot
  • Netflix
  • Zoom
  • Slack
  • Adobe Creative Cloud
  • Shopify

Wie erfolgt die Abrechnung bei Software as a Service Angeboten?

Die Abrechnung von SaaS-Produkten erfolgt basierend auf einem Abonnement, meistens über eines der folgenden Prinzipien:

  • Kostenfreie Nutzung: Hier wird die Software in Basisfunktionalität durch die Anzeige von Werbung finanziert
  • Festgelegter Pauschalpreis: Abrechnung erfolgt monatlich oder jährlich.
  • Benutzerbasiert: Der Preis richtet sich dabei nach der Zahl der Personen, die den Dienst nutzen.
  • Benutzerstufen: Je nachdem, wie viele aktive Nutzer auf das Abonnement zugreifen können, passt sich der Preis an.
  • Speicherstufen: Ist ein zunächst kostenfreier Speicherplatz ausgeschöpft, zahlen Kunden je nach erweiterter Speichermenge.
  • Nutzungsabhängige Zahlung: Je mehr Personen auf den SaaS-Service zugreifen, desto höher die Kosten.
  • Funktionsbasiert: Der Preis richtet sich nach dem Umfang der Funktionen, die genutzt werden.

Wie ist SaaS entstanden?

Seit den 1960er Jahren gibt es die Idee, geschäftliche Anwendungen zentral zu hosten. Rund 30 Jahre später sind dann sogenannte Anwendungsdienstleister (Application Service Providers, ASPs) entstanden. Es geht dabei darum, Anwendungen von Drittanbietern von einem ASP-Betreiber verwalten und hosten zu lassen. Software musste zu diesem Zeitpunkt jedoch weiterhin lokal auf Computern installiert werden. Bei SaaS handelt es sich letztendlich um nichts anderes als die Weiterentwicklung des ASP-Modells: Betreiber sowie Anbieter verwalten hierbei ihre eigene Software – ganz ohne Installation über die Cloud.

Was ist der Unterschied zwischen SaaS und On-Premises?

Sind IT-Systeme sowie die Rechenleistung lokal installiert, ist die Rede von On-Premises. Die größten Unterschiede liegen in den Bereichen:

  • Konfiguration und Wartung: übernimmt bei On-Prem der Betreiber, bei SaaS der Anbieter
  • Kosten: Bei On-Prem fallen Installationskosten für Hardware an, bei SaaS wird auf ein Abo-Modell gesetzt
  • Aufgaben IT-Abteilung: Bei On-Prem liegen der volle Zugriff aber auch die volle Verantwortung bei der IT-Abteilung; bei SaaS übernimmt das der Anbieter
  • Skalierbarkeit: Bei On-Prem sind Änderungen der Reichweite möglich, jedoch relativ aufwändig; deutlich einfacher fällt das bei SaaS, da hier Kapazitäten einfach hinzugebucht werden können.

Wie sieht die SaaS-Architektur aus?

SaaS setzt auf einen mandantenfähigen Ansatz. Auf den Host-Servern wird also eine nur eine Instanz der SaaS-Anwendung ausgeführt. Diese dient jedem Kunden und wird in ihrer Version und Konfiguration für alle Kunden ausgeführt. SaaS-Anbieter verwalten Wartung und Updates daher flexibler, die Fehlerbehebung erfolgt einfacher, da nur an einer Instanz Änderungen vorgenommen werden müssen.

Figur, die auf etwas zeigt

Ist SaaS das gleiche wie Cloud Computing?

Nein, SaaS ist ein Teil von Cloud Computing, denn Cloud Computing meint die Bereitstellung von IT-Infrastruktur sowie verschiedenen IT-Leistungen – der Computer ist quasi die Cloud. Bei SaaS wird Software hingegen als Service geliefert. Nutzer verwenden Softwareprogramme dabei über das Internet.

Weitere Modelle sind Platform as a Service (PaaS), wobei eine Entwicklerplattform zur Verfügung gestellt wird, sowie Infrastructure as a Service (IaaS), bei der es um IT-Ressourcen wie Server sowie Speicher- und Rechenkapazitäten geht.

Welche Nachteile hat SaaS?

Themen wie Cloud und SaaS verursachen vielen Unternehmen auch heute noch Bauchschmerzen. Sicherlich ist in jedem Fall einzeln zu entscheiden, welche Lösung die passende ist, die Risiken, die SaaS vermeintlich mit sich bringt, gehen jedoch auf die Vergangenheit zurück. Eine aktuelle, durchdachte Cloud-Lösung ist sicher, zuverlässig und bringt dauerhaften Nutzen.

Die häufigsten Themen, die Unternehmen besonders in der Vergangenheit Sorge bereitet hatten sind:

  • Datenabtretung, da die Daten auf den Servern der Betreiber liegen.
  • Serviceeinstellung, im Falle einer Insolvenz des Anbieters
  • Fehlendes Internet oder schlechte Verbindung, da nur über das Internet auf den Service zugegriffen werden kann
  • Nutzungsausfall, sollten die Services mal nicht erreichbar sein

Welche Rolle spielt SaaS im regulierten Umfeld?

Im Kontext von SaaS ist das Thema der Validierung von Prozessen im “regulierten Umfeld” und damit für die Unternehmen, die sich nach den Vorschriften wie GAMP 5 richten müssen, ein Punkt, den es zu beachten gilt. Die meisten SaaS-Angebote nutzen einen so genannten “Evergreen-Ansatz” und spielen neue Aktualisierungen der Software automatisch ein. Das würde im engeren Sinne eine stetige Neu-Validierung betroffener Abläufe bedingen, was für die Unternehmen mitunter einen sehr hohen Aufwand ergibt. Die Unternehmen müssen eine entsprechende Risiko-Betrachtung durchführen und den Nutzen von Saas entsprechend gegen die Aufwände setzen.

Autor

Ingo Dörrie, Leitung Digitale Transformationsberatung bei YAVEON, weiß, worauf es ankommt: die individuelle und detaillierte Betrachtung Ihrer Situation, passgenaue Lösungen und einen Weg, mit dem Sie sich wohlfühlen. Lassen Sie sich von ihm zeigen, welche Möglichkeiten in Ihrem Unternehmen schlummern und wie die Digitalisierung Ihr Unternehmen voranbringt.

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